8.6. bis 13.6.2013
AlpenCross spezial, Teil 1: Chur --
Kalterer See
(ca. 280 km, 4000 Höhenmeter Anstieg)


Oben auf dem Pass sind alle Strapazen schnell vergessen ... Schon vor ca. 10 Jahren habe ich mit dem Gedanken einer Alpenüberquerung gespielt. Aber irgendwie war die Zeit damals noch nicht reif. Die Etsch-Radtour 2006 mit meiner nicht ganz so alpenpass-tauglichen Frau war ja wenigstens eine kleine Alpenüberquerung (mit Bustransfer von Landeck nach Nauders). Danach hatte ich das Thema erst einmal ad acta gelegt. Als mich Frank und Johannes dann Ende 2012 ansprachen, ob ich bei einer Alpenüberquerung dabei wäre – einer echten! – musste ich nicht lange überlegen. Damals wusste ich allerdings noch nicht, dass wir mit schwerem Camping-Gepäck reisen würden und dass es keine Alpenüber-, sondern eher eine Alpendurchquerung werden würde: über 3 Pässe, durch 4 Länder, entlang von 5 Flüssen mit insgesamt 600 km Strecke und 6000 Höhenmetern Anstieg  AlpenCross spezial eben.



Die Etappen:

 
Anreise nach Chur
Samstag, 8.6.2013

Mit dem EC7 "beamen" wir uns in bequem in gut 8 Stunden von Düsseldorf nach Chur. Unser Zeltplatz liegt ca. 2,5 km vom Bahnhof entfernt in der Nähe des Rheins, der hier allerdings noch recht beschaulich ist. Bei sonnigem Wetter bauen wir unsere Zelte auf. Später machen wir uns auf den Weg in die Altstadt. Die liegt auf der anderen Seite des Bahnhofs, was einen ordentlichen Fußmarsch bedeutet. Wir werfen einen Blick auf den Martins- und den Arcas-Platz und gehen dann bei "Drei Bünde" (Rabengasse) essen. Da es noch ausreichend warm ist, können wir draußen sitzen.

Die Altstadt von Chur


1. Tag: Chur – Küblis – Klosters (ca. 50 km, 830 HM)
Sonntag, 9.6.2013

Unsere erste Etappe führt uns zunächst flach am Rhein entlang und dann durch das Prättigau dem Flüsschen Landquart folgend hinauf nach Klosters. Bis Küblis sind die Wege gut und die Steigungen halten sich in Grenzen. Die letzten 10 Kilometer bis Klosters Platz haben wir aber mit saftigen Anstiegen auf zum Teil holprigen Wegen zu kämpfen. Immerhin haben wir kaum Berührung mit Autoverkehr. Wir bewegen uns durch eine imposante Gebirgslandschaft und die langsam immer näher kommenden schneebedeckten Gipfel flößen uns ehrfurcht vor dem ein, was uns in den nächsten Tagen noch bevorsteht.

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Radweg in schöner Landschaft zwischen Saas und Serneus

2. Tag: Klosters – Davos – Flüela – Guarda (ca. 46 km, 1600 HM)
Montag, 10.6.2013

Die schwierigste Etappe der gesamten Reise: Zuerst auf einer stärker befahrenen Straße rauf nach Davos, dann über den Flüela-Pass (2383 ü.d.M.) und runter ins Inntal bis zum mittelalterlichen Dorf Guarda -- das Ganze bei Regen bzw. Schnee und eisigen Temperaturen. Sportlich wie landschaftlich ein außergewöhnliches Erlebnis!

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Das Flüela-Hospiz oben auf dem Flüela-Pass


3. Tag: Guarda – SchulsStrada (ca. 34 km, 430 HM) 
Dienstag, 11.6.2013

Heute ist eine "Erholungsetappe" durch das urige Inntal angesagt. Ein Highlight ist die Abfahrt auf der Serpentinenstraße nach Schuls runter. Später haben wir bei leichtem Regen etwas mit ruppigen Feld- und Waldwegen zu kämpfen. Belohnt werden wir mit einem Zeltplatz inmitten einer herrlichen Gebirgslandschaft.

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Das Inntal bei Schuls


4. Tag: Strada – Reschen – Glurns – Naturns (92 km, 840 HM)
Mittwoch, 12.6.2013

Die zweite Passetappe ist im Vergleich zum Flüela ein Kinderspiel. Bei Martina verlassen wir dass Inntal und fahren über die wenig befahrene Serpentinenstraße rauf zur Norbertshöhe und weiter nach Nauders. Von dort geht es bequem weiter aufwärts über den Reschenpass (ca. 1500 Meter ü.d.M.) und vorbei am Reschen- und Haidersee in malerischer Landschaft. Danach rollen wir fast immer nur noch abwärts und auf
sehr gut ausgebauten Wegen durch das Etschtal. Bei herrlichem Sommerwetter schaffen wir locker über 90 km  die längste Strecke der gesamten Tour.

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Schön ausgebauter Radweg entlang des Reschensees


5. Tag: Naturns – Meran – Kalterer See (ca. 60 km, 240 HM)
Donnerstag 13.6.2013

Heute geht es noch einmal flach an der Etsch entlang, bevor uns die gut ausgebaute Gefällestrecke runter nach Meran bringt. Dort müssen wir mangels Uferradweg einen ungewollten Abstecher durch die Stadt machen. Danach geht es im Tiefflug auf der leicht abschüssigen "Fahrradautobahn" durch die Obstplantagen des mittleren Etschtals bis Sigmundskron. Von dort geht es zunächst auf dem Bahntrassenradweg rauf nach Kaltern und anschließend zum Zeltplatz direkt am Ufer des Kalterer Sees runtern.

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Auf dem Marktplatz von Kaltern


Zusammenfassung und Streckenübersicht

Der erste Teil unserer Alpenüberquerung bringt uns von Chur (Schweiz) in den westlichen Alpen über Flüela- und Reschenpass ins sonnige Südtirol (Italien), wo wir (meist) der Etsch bis zum Kalterer See folgen dem südlichsten Ziel unserer Reise (knapp 300 Kilometer). Dabei ist der Abschnitt in der Schweiz mit Abstand der sportlichste Teil unserer Reise, da wir uns fast 2000 Meter Höhenunterschied erarbeiten müssen. Landschaftlich hat uns natürlich das liebliche Etschtal gut gefallen, aber auch das Schweizer Inntal bietet viel Charme. Die Radfernwege sind allerdings in Südtirol eindeutig besser ausgebaut. Von Nauders (Österreich) bis Kaltern gibt es fast durchgehend asphaltierte Wege ohne nennenswerten Autoverkehr. In der Schweiz (Graubünden) mussten wir dagegen häufiger stärkeren Autoverkehr bzw. Strecken mit schlechter Oberfläche in Kauf nehmen.

Hinweis: Die GPS-Tracks sind in AllTrails dokumentiert.

Übersichtskarte AlpenCross 2013

 
Lob und Tadel an den Verfasser

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