Drauradtour, 1.8. - 10.8.2008 (ca. 333 km, inkl. Abstecher auf dem Dolomitenradweg)
 

Vorgeschichte: Bahntrassenradeln in den Dolomiten

Nachdem ich letztes Jahr das Buch Rail-Trails geschenkt bekommen habe und dort die faszinierenden Fotos des Dolomiten-Radwegs entdeckt habe, waren meine Gedanken immer nur darum gekreist, wie ich diese Strecke vom Cimabanche-Pass bei Cortina d'Ampezzo bis nach Calalzo di Cadore einmal beradeln kann. Es muss toll sein, dank mehrerer Hundert Höhenmeter Gefälle mit dem Fahrrad quasi durch die Dolomiten zu gleiten.


Radler(!)-Brücke über die Felizon-Schlucht

Nun lohnt es sich natürlich nicht wirklich für eine Strecke von ca. 55 Kilometern extra vom Rheinland in die Alpen zu fahren. Schließlich habe ich eine Lösung gefunden, wie wir die Dolomiten-Radweg mit einer anderen Radreise verbinden können.
 

Von der Idee ...

Zunächst bin ich aufgrund eines Tipps in "Rail-Trails" auf den Pustertal- bzw. Drauradweg gestoßen, der in ca. 15 km Entfernung am Einstieg in den Dolomiten-Radweg bei Toblach vorbeiführt. Das hörte sich für uns prinzipiell schon einmal interessant an, da sich das Pustertal im nordöstlichen Südtirol befindet. Und Südtirol schätzen wir schon von diversen Bergwanderurlauben in der Gegend um Meran. Den westlichen Teil Südtirols hatten wir außerdem bereits im Rahmen unserer "Alpenüberquerung" per Fahrrad (Etschtal-Radtour) 2006 kennengelernt. Aufgrund der tollen Strecken mit herrlichen Bergpanoramen war das sicherlich eine unserer tollsten Radtouren. Mit Hilfe der Pustertal-/Drau-Radtour hätten wir dann also auch mal eine Gelegenheit, eine weitere Ecke von Südtirol kennenzulernen.

Das Pustertal dürfte auf jeden Fall interessant sein, denn -- auch ohne Dolomitenradweg -- kommen wir im Hochpustertal an den Pragser-, Sextener- und Lienzer-Dolomiten vorbei.


Ausflug zum Pragser Wildsee
 

... zur Detail-Planung

Als nächstes durchforste ich die letzten Jahrgänge diverser Fahrrad-Zeitschriften, die sich bei mir in den letzten Jahren angesammelt haben. Und siehe da: Zum Thema Pustertal und Drau finde ich drei Artikel, die mich darin bestärken, tiefer in die Tourenplanung einzusteigen.

Also sichte ich die Angebote von diversen Radreiseveranstatltern. (Unser üblicher Komfort mit vorgebuchten Hotels und Gepäcktransport muss sein.) Und tatsächlich werde ich bei Austria-Radreisen fündig: Dort ist der Drauradweg von Brixen (Südtirol) bis Villach (Kärnten) im Programm. Aber es sollte noch besser kommen: Die Drauradtour startet nicht nur an einem einzigen Wochentag (Sonntag), was bei vielen organisierten Touren der Fall ist. Sondern zusätzlich auch noch freitags. Das macht es theoretisch möglich, die Tour an einem Freitag zu starten, zwei Tage Aufenthalt in Toblach für den Abstecher auf dem Dolomiten-Radweg zu nutzen und anschließend mit der Sonntags-Tour weiter nach Villach zu fahren.


Übersicht Pustertal-/Drauradweg mit Abstecher auf dem Dolomitenradweg
 

Jetzt stellt sich allerdings noch die Frage, wie wir von Toblach zum Einstieg in den Dolomiten-Radweg am Cimabanche-Pass kommen. Auch dazu gibt Rail-Trails einen Hinweis: Von Toblach aus gibt es einen Bus-Shuttle. Aber es ist nicht klar, warum der erste Teil der Dolomitenbahn-Trasse nicht in die Strecke einbezogen wird: Ist die Trasse nicht mehr vorhanden oder nicht per Rad befahrbar? Oder ist die Steigung doch zu stark?

Aber möglicherweise brauchen wir den Bus noch nicht einmal. Im Katalog von Austria-Radreisen stoße ich auf eine Radtour "Dolomitenzauber und Adria" von Toblach nach Venedig, die von Toblach aus den Dolomiten-Radweg verwendet. Also scheint die ehemalige Bahntrasse zwischen Toblach und dem Cimabanche-Pass doch auch befahrbar zu sein (was so aus Rail-Trails nicht hervorgeht).


Der Dolomitenradweg zwischen Toblacch und dem Cimabanche-Pass
 

Alles fügt sich also auf wunderbare Weise so schön zusammen, dass ich es wage, eine entsprechende Anfrage an Austria-Radreisen zu richten: Können wir den Drauradweg mit Unterbrechung in Toblach buchen und kann Austria uns Info- und Kartenmaterial über den Anfangsteil des "Dolomitenzauber-Radwegs" zur Verfügung stellen sowie einen Shuttle-Service zurück nach Toblach organisieren?

Ich komme mir bei meiner Anfrage per E-Mail fast schon ein wenig unverschämt vor, das Organisationsvermögen des Radreiseveranstalter derart auf die Probe zu stellen. Zu meiner Überraschung kommt die Antwort prompt und ich muss zugeben, dass ich beim Lesen der Mail Herzklopfen bekomme: Alles geht! Damit hatte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet.

Die nächsten Schritte standen dann selbstverständlich fest: Urlaub beantragen, Reise buchen!
 

Weiteres Infomaterial zum Dolomiten-Radweg

Die Vorfreude der folgenden Monate habe ich dann genutzt, um mich über den Dolomiten-Radweg weiter zu erkundigen.

Einen GPS-Track habe ich im Internet weder zum Drau- noch zum Dolomiten-Radweg gefunden. Allerdings scheint die Strecke recht einfach zu finden sein, so dass sich dieser Komfort wohl erübrigt.

Interessante Infos habe ich allerdings im Internet unter www.bahntrassenradeln.de gefunden. Außerdem gibt es sogar einen guten Artikel in der Wikipedia, der sogar Aussagen über die Radweg-Qualität in den verschiedenen Abschnitten macht. Dort geht auch hervor, dass der erste Abschnitt zwischen Toblach und Cortina d'Ampezzo geschottert ist, während die restliche Strecke bis Calalzo überwiegend asphaltiert ist.

Sehr schön ist in der Wikipedia auch der Link auf Google Maps. Hier findet man die Strecke in eine Satellitenkarte eingezeichnet mit vielen Fotos von der Strecke!

Weitere Infos und schöne Bilder findet man im Buch "RailTrails" von Peter Günther (Bruckmann-Verlag).
 

Die Etappen

Freitag, 1.8.2008, Anreise nach Brixen

Samstag, 2.8.2008, 1. Etappe: Brixen -- Bruneck (ca. 40 km)

Sonntag, 3.8.2008, 2. Etappe: Bruneck -- Niederdorf (ca. 27 km)

Montag, 4.8.2008: Abstecher Dolomitenradweg (ca. 75 km)

Dienstag, 5.8.2008: Ruhetag

Mittwoch, 6.8.2008, 3. Etappe: Niederdorf -- Lienz (ca. 60 km)

Donnerstag, 7.8.2008, 4. Etappe: Lienz -- Berg (ca. 39 km)

Freitag, 8.8.2008, 5. Etappe: Berg -- Spittal (ca. 48 km)

Samstag, 9.8.2008, 6. Etappe: Spittal -- Villach (ca. 43 km)
 

Zum Herunterladen (mit "Ziel speichern unter"): GPS-Track (Format: GPX)
 

Fazit
 


Beschilderung in Österrreich


Alles in allem: Lohnenswert (auch ohne Abstecher auf dem Dokomitenradweg). Weitgehend entspanntes Radeln in schöner Landschaft. (Die ersten beiden Etappen sind allerdings eher sportlich.) Würden wir auch wieder fahren.

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