Erft-Radtour, 28./29.4.2007 (Neuss -- Zons, ca. 75 km)
 

Die Etappen/Tage (insgesamt ca. 75 km):


Samstag, 28.4.2007: Neuss - Altkaster (ca. 40 km)

Auf dem Erft-Radweg zum Kloster Langwaden

Der Erft-Radweg beginnt vielversprechend mit hübschen Wegen durch die Erft-Auen: etwas verschlungen und teils nur auf wassergebundenen Wegen, aber OK.


Die Erfmündung in den Rhein bei Neuss
 

Später nehmen wir die Variante des Erft-Radewgs über Hülchrath. Dass der Erft-Radweg an der einen oder anderen Stelle Varianten anbietet, geht aus der Beschilderung nicht wirklich hervor. Wenn man aber weiß, dass man die Variante über Hülchrath fahren will, kommt man dank der hilfreichen Beschilderung des NRW-Radverkehrsnetzes gut dorthin. Aufpassen muss man allerdings, dass man sich nicht an der alten Beschilderung orientiert, die man noch vielerorts am Niederrhein findet (sechseckige Schilder mit grüner Schrift): Geschockt muss man lesen, dass es z.B. noch 20 Kilometer zum Zielort sind (obwohl man sich schon in der Nähe wähnt). Des Rätsels Lösung: Diese Beschilderung bezieht sich auf Rundtouren und wenn man in die falsche Richtung fährt, muss man erst fast den gesamten Rundkurs abfahren, um zum Ziel zu gelangen. Diese Beschilderung hat sich wohl ein Spaßvogel ausgedacht!

Wir erreichen gegen Mittag Schloss Hülchrath. Leider hat der Biergarten vor den mächtigen Mauern der Hauptburg geschlossen. Auch das kleine Cafe vor der Burg hat in der Mittagszeit geschlossen. Also fahren wir weiter.


Schloss Hülchrath
 

Wenig später stoßen wir aber auf Kloster Langwaden (nach insgesamt ca. 18 Kilometern).  Der Erftradweg (Variante) führt direkt daran vorbei. Das Kloster ist inzwischen ein (Bett und Bike) Hotel und besitzt eine "Kloster-Schänke". Der Biergarten vor dem Kloster (sieht eigentlich eher wie ein Schloss aus) lädt uns zu einer Apfelschorle ein. Zum Essen ist es uns noch zu früh. Soweit der angenehme Teil der heutigen Etappe.


Kloster Langwaden mit Kloster-Schänke
 

Von Langwaden nach Altkaster

Der weitere Weg führt zunächst über einen sehr holprigen Forstweg durch ein Waldgebiet. Auch danach geht es bis auf wenige kurze Unterbrechungen meist auf eher holprigen Wegen weiter.


Erft-Radweg
 

Unser Plan in Grevenbroich ein Cafe zu finden, wird leider durch ein Volksfest durchkreuzt. Es ist laut, voll und nicht gemütlich. Die Straße, wo wir lang müssen, ist zusätzlich mit den Autos einer Autoschau zugestellt. Nichts wie weg hier.

Leider hört irgendwie auch die Beschilderung in der Innenstadt auf, oder sie ist aufgrund des herrschenden Tohowabohus nicht zu sehen. Hier lohnt es sich also doch, dass ich das GPS-Gerät mitgenommen habe.

Hinter Grevenbroich geht der Weg meist holprig auf Wald- und Feldwegen weiter. Beim Kraftwerk Frimmersdorf gibt es ein längeres Stück schnurgerade Straße. Nicht schön, aber mal eine angenehme Abwechslung.


Der Erft-Radweg hinter Grevenbroich
 

Auf einer "Mountain-Bike-Piste" von Gustorf nach Altkaster

Besonders übel wird es dann hinter Gustorf. Die Erft ist hier aufgrund des wegen des Tagebaus abgesenkten Wasserspiegels in ein schnurgerades Betonbett gelegt worden. Für fast 10 Kilometer geht es auf einem holprigen Schotterweg entlang einer eher öden Busch- und Baumlandschaft immer geradeaus. Auf der ganzen Strecke begegnet uns an diesem Super-Sonnen-Wochenendtag fast keine Menschenseele. Einen Biergarten oder ein Cafe gibt es hier erst recht nicht. Kilometerlang gibt es noch nicht einmal eine Bank.

Kein Wunder: Wir bewegen uns mehr oder weniger am Rande eines riesigen Tagebaugebiets. Auf der anderen Seite der Erft begleitet uns ein Hügel, der stark nach begrünter Abraumhalde aussieht.

Der Weg bleibt leider in dieser Qualität bis Altkaster. Das kleine mittelalterliche Städtchen ist aber die Strapazen wert.


Stadttor von Altkaster
 

Nach ca. 40 Kilometern kommen wir an unserem Hotel "Landgasthof Danielshof" an.
Wir werden freundlich empfangen und auf dem Zimmer mit Schokolädchen und Mineralwasser begrüßt.


Landgasthof Danielshof
 

Besichtigung von Altkaster

Zunächst gibt es (endlich!) Kaffee und Kuchen auf der Hotelterrasse. Danach machen wir einen kleinen Spaziergang durch den Ort, natürlich nicht ohne eine Kleinigkeit im richtigen Tante-Emma-Laden zu kaufen.


Altkaster
 

Zum Abendessen bleiben wir im Hotel. Es ist noch angenehm warm, so dass wir wieder auf die Terrasse können. Hübsch ist, dass man von der Terrasse aus einen schönen Blick auf den kleinen Park des Hotels hat.

Nach dem Essen machen wir noch einen Streifzug durch die kleinen, hübschen Gässchen von Altkaster. Am Rande des Örtchens stoßen wir dann überraschenderweise auf die Burgruine, in der ich im Radwanderführer gelesen habe.


Die Burgruine von Altkaster
 

Fazit der heutigen Etappe

Auf der ersten Hälfte hübsche Wege und Sehenswürdigkeiten entlang der Erft. Die zweite Hälfte wird aber nervig aufgrund der schlechten Oberflächenqualität der Wege. Altkaster ist aber auf jeden Fall ein lohnenswertes Ziel.
 

Sonntag, 29.4.2007: Altkaster - Zons (35 km)

Zur Kaiserroute

Um ca. 10:15 Uhr starten wir unsere zweite Etappe. Zunächst geht es auf dem Schotterweg wieder zurück zur Erft. Dann geht es jedoch nur noch kurz auf dem Schotterweg auf der anderen Erftseite weiter. Stattdessen führt uns der GPS-Track auf einer (zumindest heute, am Sonntag Vormittag) vollkommen autofreien Landstraße parallel zur Erft (ohne Sicht auf diese) auf einem optimal asphaltierten Seitenstreifen.

Nach ca. 2 Kilometern beginnt jedoch eine lang gezogene Steigung die Neurather Höhe hinauf. Die Steigung ist zwar nur mäßig, aber der Gegenwind macht den Anstieg etwas unangenehm.

Oben angekommen geht es von der Landstraße weg wieder den Berg runter. Was zunächst ländlich idyllisch beginnt, kehrt sich jedoch nach ein paar Kilometern ins Gegenteil um, denn wir fahren genau auf das monströse Braunkohle-Kraftwerk Neurath zu.
 

Auf der Kaiserroute zum Kloster Knechtsteden

Es bleibt die nächsten Kilometer eher unidyllisch. Wir sind zwar jetzt auf die Kaiserroute gestoßen, aber es geht immer an einer Landstraße entlang (Radweg), leicht hügelig, vorbei an einer riesigen Kraftwerksbaustelle. Erst nach dem wir das Örtchen Vanikum durchfahren haben, wird es wieder ländlicher. Wir müssen zwar hin und wieder durch Ortschaften -- u.a. auch durch Rommerskirchen -- dies geht aber dank guter Beschilderung und wenig Autoverkehr recht gut. Bei Nettesheim machen wir eine kurze Rast auf einer sonnigen Bank im Windschatten. Der Wind bläst nämlich ganz ordentlich -- leider aus Nordost, genau wo wir hin müssen.

Hinter Anstel geht es auf einem gut asphaltierten Feldweg vorbei an knallgelben Rapsfeldern einen ordentlichen Berg hinuntern. Das macht sogar Isi Spaß!


Gut asphaltierter Feldweg der Kaiserroute bei Anstel
 

Leider geht es schon bald wieder auf einem Radweg entlang einer Landstraße mit mehr Verkehr Richtung Knechtsteden weiter.

Wir statten dem Kloster Knechtsteden einen Besuch ab und besichtigen kurz die alte Basilika. Anschließend gibt es eine Apfelschorle im Biergarten des "Klosterhofs" (außerhalb des eigentlichen Klostergeländes).


Die Basilika des Klosters Knechtsteden
 

Weiter auf der Kaiserroute nach Zons

Zunächst geht es auf einem etwas holprigen Forstweg durch den Wald (1-2 km). Danach gibt es aber wieder ruhige, asphaltierte Straßen und Wege bis nach Zons. Die letzten 5 Kilometer ziehen sicher allerdings leider aber aufgrund des deutlich spürbaren Gegenwinds.


Zons

In der Altstadt von Zons werden wir allerdings bei Cafe Krieker (?) mit tollen, großen Käse-Kirsch-Streusel-Stücken für die Strapazen belohnt.
 

Zum Bahnhof Dormagen

Bis hierher sind wir heute ca. 35 km gefahren. Anschließend müssen wir aber noch von Zons zum Bahnhof Dormagen ca. 3-4 Kilometer weiter. Die Kreisstraße aus Zons heraus ist zwar stärker befahren, aber der Radweg neben der Straße macht das erträglich. Schon bald führt der Weg jedoch von der Hauptstraße weg und das weitere Stück zum Bahnhof fahren wir zu unserer Überraschung auf ruhigen -- praktisch autofreien -- Straßen.
 

Fazit der heutigen Etappe

Mir selbst hat die heutige Strecke nur bedingt gefallen -- Kraftwerke und Landstraßen sind nicht mein Ding. Isi war aber überglücklich, dass sie heute weitgehend asphaltierte Strecken hatte, auch wenn es den einen oder anderen Hügel gab.

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Lob und Tadel an den Verfasser