3.8. bis 6.8.2015
Fulda-Radweg, Gersfeld
Hann. Münden
(ca. 230 km, rund 1200 Höhenmeter Anstieg)


Das Rathaus von Melsungen. Kurz aber knackig? In den letzten zwei Jahrzehnten haben wir schon etliche Fernradwege in Deutschland abgeradelt. Daher wird die Auswahl an Strecken, die wir noch nicht kennen, immer kleiner. Das gilt natürlich erst recht für die Flussradwege. Der Fulda-Radweg hatte es bisher nicht geschafft, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Immerhin lockt dieser als einer der ältesten Flussradwege Deutschlands mit schönen Fachwerkstädtchen und herrlichen Landschaften wie z.B. der Rhön.
Allerdings ist die Fulda mit rund 220 km Länge einer der kürzeren Flüsse und daher für längere Unternehmungen nicht geeignet. Für uns passt das in diesem Jahr aber gut, denn nach der Ostseeküsten-Radtour im vergangenen Jahr, geht es in Ordnung, wenn die Tour diesmal kürzer ausfällt. Außerdem wurde der Fulda-Radweg vom ADFC 2012 mit immerhin vier von fünf Sternen klassifiziert. Das will allerdings nichts heißen, denn 2015 sind die Sterne allesamt schon wieder weg: Die Zertifizierung – vom ADFC jeweils für drei Jahre vergeben – wurde nicht erneuert. Ob das was zu bedeuten hat? Wir lassen uns nicht beirren. Unsere Tour ist gebucht (Radreiseveranstalter ist mal wieder Velociped) und so treten wir Anfang August erwartungsvoll unsere Radreise an.


Die Etappen:

 
Montag
1. Etappe: Gersfeld/Wasserkuppe – Fulda (42 km)

Gestern sind wir in Gersfeld angekommen und haben uns das hübsche Örtchen und seine Umgebung angeschaut. Heute Morgen fährt uns ein Fahrrad-Shuttle zur Wasserkuppe rauf. Von dort aus radeln wir durch die schöne Rhön-Landschaft wieder runter nach Gersfeld. Ab dort geht es dann mit weniger Gefälle aber nicht minder schön durch das Fuldatal weiter bis in die Stadt Fulda mit ihren imposanten barocken Sehenswürdigkeiten.

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Schöne Rhön-Landschaft zwischen Wasserkuppe und Gersfeld.


Dienstag
2. Etappe: Fulda – Schlitz Bad Hersfeld (58 km)

Hinter Fulda geht es zunächst hügelig auf schönen Wegen zickzack durch das Tal. Nach der halben Strecke machen wir einen lohnenswerten Abstecher in die Burgenstadt Schlitz. Der zweite Teil der Strecke verläuft dann meist schnurgerade und flach oft parallel aber mit ausreichendem Abstand zu stärker befahrenen Straßen. Auch heute sind die Wege meist gut asphaltiert. Am Nachmittag erreichen wir die Festspielstadt Bad Hersfeld.

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Blick vom Hinterturm auf den Marktplatz von Schlitz.

Mittwoch
3. Etappe: Bad Hersfeld – Rotenburg Melsungen
(63 km)

Aus Bad Hersfeld heraus führt die Strecke teils wenig idyllisch neben stärker befahrenen Straßen. Bald gibt es dann aber wieder Landschaft pur. Zur Mittagszeit erreichen wir das Fachwerkstädtchen Rotenburg, dass sich sehr gut für eine Rast eignet. Landschaftlich schön geht es weiter. Bei Beiseförth umgehen wir ein Straßenstück per Radlerseilbahn. Die heutige Etappe bietet die meisten Steigungen (ca. 450 m). Melsungen begeistert uns mit seinem schönen Ortsbild aus prächtigen Fachwerkhäusern.

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Die Radlerseilbahn bei Beiseförth.


Donnerstag
4. Etappe: Melsungen – KasselHann. Münden
(70 km)
 

Die heutige Etappe bietet auf der ersten Hälfte wieder ein paar Steigungen. Die Fulda windet sich in engen Kehren malerisch durch das Tal. Auf halber Strecke erreichen wir Kassel, wo wir einen kurzen Abstecher in die Innenstadt machen. Die letzten 30 Kilometer bis ins mittelalterliche Städtchen Hann. Münden sind überwiegend flach und führen oft am Ufer der Fulda entlang. Am Zusammenfluss von Fulda und Werra geht unsere schöne Radtour zu Ende.

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Blick auf Hann. Münden von der Tilly-Schanze aus.


Freitag
Stadtbesichtigung Hann. Münden und Ausflug zum Bergpark Wilhelmshöhe (Kassel)

Im Mittelpunkt des heutigen Tages steht ein Ausflug per Zug zum Bergpark (UNESCO-Weltkulturerbe). Neben dem Herkules-Oktogon, das derzeit renoviert wird, hat uns die Löwenburg sehr beeindruckt. Am Nachmittag bummeln wir noch durch die Gässchen von Hann. Münden. Außerdem steht noch ein Aufstieg zur Tillyschanze an, von wo man einen schönen Blick auf das mittelalterliche Städtchen hat.

Die Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe.


Zusammenfassung und Streckenübersicht

Der Fulda-Radweg hat es in sich — im besten Sinne: tolle, fast immer gut asphaltierte Radwege mit guter Ausschilderung (R1), schöne Landschaften und urige Fachwerkstädtchen wie an einer Perlenkette aufgereiht. Zusätzliche Highlights waren Fulda sowie der Bergpark in Kassel mit vielen barocken Sehenswürdigkeiten. Und das alles auf einer überschaubaren Strecke von rund 230 km. Und wem das zu kurz sein sollte, der kann auf dem Weser-Radweg bis zur Nordsee weiterfahren.

Beschilderung des Fulda-Radwegs.

Die vier ADFC-Sterne würden auch weiterhin in Ordnung gehen. Für einen fünften Stern müsste es aber mehr Einkehrmöglichkeiten unterwegs geben und mehr überdachte Rastplätze. Auch die Familientauglichkeit könnte noch optimiert werden: Autostraßen müssen zwar nur selten genutzt werden, dann gibt es aber hin und wieder knifflige Stellen, wo von der Straße aus — teils an unübersichtlichen Stellen — nach links in einen Weg abgebogen werden muss. Mit kleinen Kindern echt problematisch.
Übersicht Fulda-Radweg

Verwendetes Kartenmaterial: Bikeline (Verlag Esterbauer): "Fulda-Radweg", 1:75.000 (Radwanderführer inkl. GPS-Track zum Download).

Hinweis:
Der offizielle Fulda-Radweg R1 geht über Hann. Münden hinaus weiter bis Bad Karlshafen an der Weser. Radweg-Homepage: www.fuldaradweg-r1.de
 
Lob und Tadel an den Verfasser

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