Hase-Ems-Tour, Bramsche – Lingen (8. - 10.6.2001)

oder „Probier`s mal mit Gemütlichkeit“
 

Die Vorgeschichte

Freitag, 8.6.: Bramsche – Quackenbrück (60 km)

Samstag, 9.6.: Quackenbrück – Meppen (77 km)

Sonntag, 10.6.: Meppen – Lingen (30 km)

Zusammenfassung

Fazit
 

Die Vorgeschichte

Nachdem wir letztes Jahr bei unserer Wochenendradtour die Friedensroute gefahren sind, die doch besonders auf der zweiten Etappe einige ganz nette Hügel enthält, sollte es diesmal etwas flacheres sein. Inspiriert hat uns dabei die Broschüre „Deutschland per Rad entdecken“, welche besonders allen ADFC-Mitgliedern bekannt sein dürfte. Angesprochen hat uns dabei besonders der Titel zur Hase-Ems-Tour „Probier`s mal mit Gemütlichkeit“.

Also haben wir uns mit dem BVA-Spiralo Hase-Ems-Tour im Maßstab 1:50.000 (2. Auflage 1999) und Bett&Bike Niedersachsen (Esterbauer-Verlag, 1. Auflage 2000) bewaffnet. Uns war bald klar, dass wir die 265 Kilometer der kompletten Hase-Ems-Tour von Melle nach Rheine auf keinen Fall an einem Wochenende schaffen könnten. Also haben wir noch einen halben Tag drangehängt und vorne und hinten ein wenig verkürzt, was aufgrund der günstigen Bahnverbindungen problemlos möglich ist. So starten wir erst in Bramsche und lassen die Tour schon in Lingen enden.
 

Die Etappen der Hase-Ems-Tour

Die Etappen der Hase-Ems-Tour
 

Die Hotels haben wir aus Bett&Bike ausgewählt. Sie sind aber auch im Spiralo zu finden. Sicherheitshalber haben wir die Hotels ca. 3-4 Wochen vorher gebucht und auch die Fahrradstellplätze im Inter-Regio sowie die Fahrkarten vorher besorgt (Verbindungen per Bahnauskunft herausgesucht, dann per Radler-Hotline bestellt und anschließend am Bahnschalter abgeholt).
Zur Nordwestbahn (für das Stück Osnabrück - Bramsche): Laut Internet-Auskunft ist die Mitnahme von Fahrrädern in der Nordwestbahn reservierungspflichtig. Die Radler-Hotline verweist hier allerdings auf die Kundenbetreuung der Nordwestbahn und liefert freundlicherweise gleich die passende Telefonnummer dazu. Bei der Nordwestbahn notiert man sich ganz pragmatisch nur die Zugdaten und den Namen des Reisenden, das war es schon. Einen Reservierungsbeleg gibt es nicht.
 

Freitag, 8.6.: Bramsche – Quackenbrück (60 km)

Anfahrt zum Hauptbahnhof. Gute Fahrt, wider Erwarten trocken und sogar ein wenig Sonne. Zug hat vier Minuten Verspätung. Als der Inter-Regio einfährt, begeben wir uns zum Wagen, in dem sich das Fahrradabteil laut Reservierung befinden soll und müssen verblüfft feststellen: Kein Fahrradabteil! Nach dem ersten Schock winkt uns aber schon ein Schaffner heran. Das Fahrradabteil befindet sich im Wagen daneben (am anderen Ende). Das Einsteigen ist mit unserem leichten Gepäck kein Problem. Genug Platz ist auch da. Die reservierten Sitzplätze befinden sich durch die Verschiebung aber natürlich nicht im gleichen Wagen. Es wäre ja auch zu schön gewesen.

Ansonsten ist die Fahrt aber gut und bis Osnabrück holen wir sogar die Verspätung wieder auf. Das Umsteigen in die Nordwestbahn (moderner Dieselzug) klappt auch prima.

Nordwestbahn
Mit der Nordwestbahn nach Bramsche

Vom Bahnhof in Bramsche aus geht es durch wenig befahrene Straßen und durch die Fußgängerzone und vorbei am Marktplatz zur Hase. Um 12.30 Uhr geht unsere Hase-Ems-Tour dann richtig los.

Die Hase in Bramsche
Bramsche: Die erste Begegnung mit der Hase

Der Weg führt meist über sehr wenig befahrene Straßen und Feldwege vorbei an Feldern und Wiesen.

Radweg zwischen Bramsche und Rieste
Der Radweg zwischen Bramsche und Rieste

Bei „Klein Wittefelder Ort“ führt uns die Beschilderung von der Hauptstraße weg. Die bis dahin gute Beschilderung hört kurz danach auf, der Feldweg verdünnt sich zu einem Pfad zwischen hohem Gras und endet urplötzlich mitten in der Botanik am Haseufer. Auch die Karte ist hier ungenau und lässt uns im Stich. Wir müssen einige Hundert Meter zurück, nehmen eine andere Abzweigung und kommen wieder auf den richtigen Weg.

In der Zwischenzeit sind nach anfänglich gutem Wetter die Wolken immer dunkler geworden und es fängt leicht an zu regnen. Als es uns (bei Rieste) zu viel wird, stellen wir uns an einem Buswartehäuschen unter. Wir nutzen die Zwangspause zu einer kleinen Stärkung. Wenig später lässt der Regen aber nach und es geht weiter, vorbei am Kloster Lage.

Bald darauf kommen wir zum Hase-Uferweg. Ich sollte nämlich nicht verschweigen, dass der Radweg zwar durch eine sehr schöne Landschaft führt, aber von der Hase bekommt man gar nicht so viel zu sehen. (Meist sieht man sie nur bei einer der unzähligen Überquerungen während der Tour.) Zwischen Rieste und Bersenbrück gibt es aber ein ca. zwei Kilometer langes Stück, wo der Radweg fast direkt am Ufer verläuft. Die Hase schlängelt sich dort, teilweise durch ein kleines Wäldchen, recht malerisch durch die Landschaft. Leider ist der Radweg auf diesem Teilstück eine ziemliche (unbefestigte) Buckelpiste. Bei stärkerem Regen dürfte dieser Weg kaum befahrbar sein. Löblich: Die Radwanderkarte weist auf diesen Umstand hin.

Der Haseuferweg bei Bersenbrueck
Am Haseuferweg bei Bersenbrück

Nach etwa 25-30 Kilometern erreichen wir Bersenbrück. Sehr sehenswert ist die Klosteranlage (mit Museum), die fast direkt am Radweg liegt. Ansonsten hat uns Bersenbrück nicht besonders gefallen: Auf der Suche nach einer Möglichkeit, gemütlich eine Tasse Kaffee zu trinken (möglichst nicht auf einer Terasse direkt an der Hauptstraße) kreisen wir einmal um das Zentrum, finden aber nur ein einfaches Bäckerei-Stehcafé. Kaffee und (Erdbeer-)Kuchen mit reichlich Sahne sind aber dann doch sehr lecker, was uns milde stimmt. Außerdem kostet uns der Spaß (inklusive zweier ausgefallener Brötchen) ganze 12,65 DM!

Kloster in Bersenbrueck
Ehemaliges Zisterzienserinnenkloster in Bersenbrück

Trotzdem möchte ich Nachahmern dieser Radtour empfehlen, ca. sieben Kilometer weiter bis zum kleinen Ort Gehrde zu fahren und dort zu rasten und dabei die schönen Fachwerkhäuser zu besichtigen. Es lohnt sich.

Fachwerkhaus in Gehrde
Fachwerkhaus in Gehrde

Gehrde
Gehrde

Hinter Gehrde macht der Radweg wieder einen Schlenker von der Hauptstraße weg. Dieser kurze Abstecher lohnt sich aber, da der Weg vorbei an schönen alten, meist aber gut erhaltenen, Artländer Bauernhöfen führt. Das sogenannte Artland ist die äußerst fruchtbare Landschaft in der Umgebung von Quakenbrück. Die prächtigen Bauernhöfe, die man dort findet, sind bedeutende Kulturdenkmäler.

Artlaender Bauernhof
Artländer Bauernhof

Auf den nächsten Kilometern bis Quakenbrück verlaufen die Wege teils wie mit dem Lineal gezogen, immer schnurgeradeaus. Die Wege sind jetzt oft nicht mehr asphaltiert, sondern mit einer Art Ziegel gepflastert und daher teilweise holprig.
Zwischendurch gibt es noch einmal ein kurzen Schauer. Regenhosen lohnen sich aber nicht. Wir stellen uns an einem Hof unter einen Baum und essen unsere Brötchen aus Bersenbrück. Danach geht es weiter.

Kurz vor Quakenbrück, bei Badbergen, müssen wir für ca. einen Kilometer erstmalig auf einer stärker befahrenen Landstraße (L75) fahren (Im Gegensatz zur bisherigen Strecke und zu dem, was noch folgen wird, nicht besonders familienfreundlich). Die letzten Kilometer nach Quakenbrück hinein verläuft die Strecke aber wieder sehr idyllisch direkt am Haseufer entlang auf nicht asphaltierten Wegen (aber wassergebundene Oberfläche).

In unserem Hotel („Niedersachen“) am Rande der historischen Altstadt werden wir freundlich aufgenommen. Mittlerweise ist es ca. 18 Uhr geworden. Nachdem wir uns frisch gemacht haben, machen wir einen Spaziergang durch die Altstadt und gehen lecker bei urigem Ambiente essen (Restaurant „Heimatstube“; empfehlenswert: Büsumer Salat mit Krabben und Krebsfleisch, lecker und gutes Preis/Leistungsverhältnis).

Fachwerkhaus in Quakenbrueck
Fachwerkhaus in Quakenbrück

Quakenbrück hat seinen Namen übrigens den Fröschen zu verdanken, die es in dem ehemals sumpfigen Gelände sehr zahlreich gegeben hat (und den zahlreichen Brücken). So kommt es auch, dass man auf dem Quakenbrücker Altstadtpflaster lustige Fußabdrücke finden kann. Ein kleiner Stadtführer, der uns freundlicherweise in unserem Hotel überreicht wurde, erklärt, was es damit auf sich hat. Es ist der sogenannte Poggenpad, ein nummerierter Stadtrundgang vorbei an den 29 Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. (Poggen ist die Bezeichnung der Einheimischen für Frösche.)

Am Abend wird es dann noch einmal richtig sonnig. Die Temperaturen sind aber eher bescheiden (16 Grad).
Zurückgelegt haben wir heute knapp 60 Kilometer (zuzüglich sieben Kilometer Anfahrt zum Hauptbahnhof).
 

Samstag, 9.6.: Quackenbrück – Meppen (77 km)

Nach einem kleinen Stadtrundgang und ein paar Besorgungen (Proviant) geht es um ca. 10.30 Uhr los. Es ist zwar noch recht kühl, aber sonnig! Die ersten Kilometer aus Quakenbrück hinaus führen meist direkt an der Hase bzw. dem sogenannten Essener Kanal entlang. Auf dem Wasser können wir gemütlich paddelnden Kanufahrern zusehen.

Der Essener Kanal bei Quakenbrueck
Am Essener Kanal bei Quakenbrück

Gegen Mittag haben wir den letzten größeren Ort, Essen (Oldenburg), gerade einige Kilometer hinter uns gelassen und haben nach ca. 14 Kilometern gerade unseren Tretrhythmus gefunden, da wird unsere Fahrt jäh unterbrochen. Da es gerade gut rollt, schalte ich einen Gang hoch und höre nur noch ein scheußliches Krachen aus der Richtung meines Schaltwerks und dann, wie Metallteile auf den Asphalt fallen. Ich halte sofort an und begutachte meinen Schaltwerkkäfig, der eine ungewöhnliche Position eingenommen hat. Ein paar Meter hinter mir liegt das obere Umlenkröllchen. Prima, denke ich. Aber was ist mit der Schraube? Ich mache mich also auf die Suche nach der Schraube und bereite mich schon seelisch auf ein vorzeitiges Ende unserer Radtour vor. Kann man mit einem einzigen Umlenkröllchen noch irgendwie weiterfahren? Und dann, ich kann es kaum glauben: Einige Meter weiter liegt die Schraube friedlich auf dem Asphalt, zusammen mit der ebenfalls noch fehlenden Unterlegscheibe. Das ist noch einmal gutgegangen!

Das Umlenkröllchen ist schnell wieder eingebaut und wir können die Fahrt fortsetzen. Die Moral von der Geschicht‘: Wenn man schon zu faul ist, seine Umlenkröllchen von Zeit zu Zeit auszubauen und zu reinigen, dann sollte man wenigsten vor der nächsten größeren Radtour prüfen, ob die Schrauben sich nicht gelockert haben. Noch sicherer: Eine passende Ersatzschraube dabeihaben.

Der nächste größere Ort, den wir erreichen, ist Löningen. Aus unserer Sicht gibt es hier nichts besonderes zu sehen. Für Zeitgenossen, die sich für die Architektur von Kirchengebäuden interessieren, bietet Löningen allerdings doch einen Leckerbissen: Hier gibt es laut Radwanderführer die größte pfeilerlose Saalkirche Deutschlands. Diese besichtigen wir kurz von außen und setzen dann unsere Fahrt fort, nachdem wir auch kein Café für eine kurze Rast gefunden haben.

Auf eine schöne Gelegenheit für eine Rast stoßen wir dann unerwartet etwa 10 Kilometer weiter an der Aselager Mühle (kurz hinter Westrum). Direkt neben dieser Mühle gibt es ein fahrradfreundliches (!) Romantikhotel. Ein Schild am Wegesrand lädt ausdrücklich Radler zur Einkehr ein. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und lassen uns auf der eingedeckten, aber (wohl aufgrund der eher niedrigen Temperaturen) verwaisten Restaurant-Terasse nieder. Kaffee und Kuchen sind lecker, wenn auch nicht so preiswert wie in Bersenbrück. Hinweis: Gegenüber vom Hotel hätte es übrigens auch Kuchen gegeben, allerdings in einem weniger romantischen Ambiente, aber wahrscheinlich preiswerter.

Aselager Muehle
Die Aselager Mühle (daneben das gleichnamige Romantik-Hotel, übrigens ein Bett&Bike-Hotel)

Weiter geht es vorbei an Herzlake und Haselünne. Dort machen wir jeweils einen Abstecher in die Altstadt. Beide Städte laden aber (zumindest an diesem Tag) nicht unbedingt besonders zum Verweilen ein, so dass wir froh sind, dass wir uns bereits an der Aselager Mühle gestärkt haben. Haselünne ist übrigens für seine Kornbrennereien bekannt. (In der Umgebung gibt es viel Wacholder.) Außerdem gibt es dort ein Freilichtmuseum mit historischen Fachwerkhäusern. Dort sind wir wohl ohne es zu merken dran vorbeigefahren.

Kirche in Herzlake
Kirche in Herzlake

Die letzten 20 Kilometer bis zu unserem Zielort Meppen ziehen sich noch ganz schön hin. Nach Meppen hinein führt die Strecke dann durch eine Art urwaldartiges Naturschutzgebiet entlang der Hase. Entsprechend sieht der Weg aus: Ein mit Wurzeln durchsetzter schmaler Weg. Oder sollte ich besser Pfad sagen? Landschaftlich sehr schön, aber zu Fuß hat man mehr Spaß daran.

Die Hase kurz vor Meppen
Die Hase kurz vor Meppen

In Meppen selbst wartet das nächste Ungemach auf uns. Unser Hotel erreichen wir nur über einen Umweg, denn das Symbol für das Hotel ist an der vollkommen falsche Stelle in die Karte eingetragen, so dass wir zuerst in der falschen Richtung suchen. Mit der Hilfe freundlicher Einheimischer erreichen wir dann um kurz nach 18 Uhr doch noch das Ziel: Das Hotel-Restaurant Schmidt am Markt. Da wir von der langen Fahrt (knapp 77 km) doch schon recht mitgenommen sind, gehen wir auch gleich im Hotel essen. Lecker: Hasetaler Kartoffelpfanne (Spiegelei auf Schweinerückensteak vom Biobauern mit Bratkartoffeln) und Meppener Marktpfanne (verschiedene Filets mit Pfeffersoße sowie Pommes Frites und verschiedene Marktgemüse).

Hotel Schmidt am Markt in Meppen
Hotel "Schmidt am Markt" in Meppen

Nach dem Essen machen wir dann noch einen kleinen Rundgang durch die Altstadt. Sehenswert sind auf jeden Fall die Häuser am Marktplatz mit dem schönen Rathaus, welches frei am Rande des Marktplatzes steht.

Rathaus in Meppen
Das Rathaus in Meppen

Zur Strecke der heutigen Etappe ist uns folgendes aufgefallen: Die Wege waren heute sehr unterschiedlich. Asphalt, Ziegel- und Verbundpflaster, unbefestigte Wald- und Feldwege in den unterschiedlichsten Varianten wechseln sich ab. Nicht selten sind die Wege recht holprig, aber wenigstens wenig befahren. Außerdem geht es heute häufiger durch kleine Wäldchen.

Im Vergleich zu gestern ist die Landschaft außerdem nicht mehr ganz flach gewesen, sondern leicht wellig (von Hügeln oder gar Bergen kann man aber nicht sprechen). Leider waren heute nicht mehr so schöne Bauernhöfe wie gestern zu finden.
Wettermäßig konnten wir uns nicht beklagen. Wenn die Sonne weg war, wurde es zwar schnell unangenehm kühl. Dafür gab es kein Regen und (im Vergleich zu gestern) kaum noch Wind.
 

Sonntag, 10.6.: Meppen – Lingen (30 km)

Nach einem ausgiebigen Frühstück vom sehr reichhaltigen Frühstücksbuffett, mache ich noch einen kurzen Abstecher zur Hase-Mündung für einen letzten Blick auf die Hase. Dort steht sehr malerisch eine alte Windmühle, die sogenannte Höltingmühle.

Die Hasemuendung in Meppen
Die Hasemündung in Meppen (etwas versteckt in der Bildmitte hinten: die Höltingmühle)

Um ca. 10 Uhr geht es dann los. Fotofreunde aufgepasst! Nach der Überquerung der Ems in Meppen, bekommt man die Ems bis Lingen nur noch einmal vom Radweg aus zu sehen: bei der Ems-Überquerung bei Geeste. (In Lingen selbst fährt man nur ein Stück am Dortmund-Ems-Kanal entlang.) Ansonsten kann man nur ahnen, wo sich die Ems durch die flache Landschaft windet. Zu sehen bekommt man ihr Wasser nicht.

Das Wetter ist uns heute Vormittag sehr freundlich gesonnen. Die Sonne scheint und es sind nur wenige kleine Wölkchen am Himmel zu sehen. Die Luft ist um 10 Uhr zwar nur 16 Grad warm, aber da wir meist in der Sonne fahren, wird uns ordentlich eingeheizt. Das gute Wetter entschädigt uns dafür, dass die erste Hälfte der 30-km-Strecke bis Lingen zwar schön durch Feld, Wald und Wiesen verläuft, die Wege aber (obwohl asphaltiert) z.T. ähnliche Buckelpisten sind wie gestern.

Die zweite Hälfte ist aber besser. Einige Kilometer müssen wir auch an Landstrassen entlang fahren, aber immer auf Radwegen. Der Verkehr ist aber noch erträglich (schließlich haben wir Sonntag Vormittag).

Die letzten Kilometer fliegen nur so dahin und auf einmal – ohne noch einmal einen Blick auf die Ems werfen zu können (siehe oben) – stehen wir dann am Dortmund-Ems-Kanal und es wird uns klar: Jetzt ist unsere Radtour so gut wie zu Ende.

Am Dortmund-Ems-Kanal in Lingen
Am Dortmund-Ems-Kanal in Lingen

Wir nehmen die nächste Fußgängerbrücke über den Kanal und gelangen an einem Friedhof vorbei an den Rand der Altstadt (einfach an den Kirchtürmen orientieren). Der Marktplatz ist schnell gefunden. Es ist inzwischen ca. 12 Uhr. Hier machen wir eine kurze Rast für ein paar Fotos von dem sehenswerten Rathaus und dem schönen Brunnen.

Der Marktplatz in Lingen
Der Marktplatz in Lingen

Der Platz hat ein einladendes Ambiente und wir hätte gerne noch eine Tasse Kaffee vor dem schönen Fachwerkhaus getrunken. Da wir aber nicht ganz sicher sind, wie gut der Bahnhof zu finden ist und wir auf keinen Fall unseren Zug verpassen wollen, machen wir uns auf den Weg. Die Sorge war aber unberechtigt, denn die Fußgängerzone führt genau auf den Bahnhof zu. Wir können direkt mit dem Fahrrad auf den Bahnsteig fahren und haben damit die heutige Etappe mit gut 30 Kilometern beendet.

Wir nutzen die Wartezeit noch für ein kurzes Sonnenbad auf dem Bahnsteig. Der Zug ist pünktlich, das Fahrradabteil noch komplett leer. Die reservierten Sitzplätze befinden sich diesmal auch im gleichen Wagen.

Die Rückfahrt vom Hauptbahnhof schaffen wir auch noch im Trockenen. Erst später am Abend fängt es dann an zu regnen.
Mit Anfahrt/Rückfahrt zum/vom Bahnhof Düsseldorf haben wir an diesen drei (eigentlich waren es ja nur zwei) Tagen 184 Kilometer zurückgelegt.
 

Hier zusammenfassend einige Beobachtungen

Kartenmaterial: Der Spiralo reicht vollkommen aus. Die eingezeichnete Radroute stimmt mit der Wirklichkeit weitgehend überein. Ab und zu gibt es einmal kleinere Abweichungen. Praktisch ist auch, dass wichtige Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Hotels in der Karte mit Nummer eingezeichnet sind und weitere Erläuterungen sowie Adressen im Textteil zu finden sind. Auf die Platzierung der Symbole ist allerdings nicht immer Verlass (siehe Hotel in Meppen).

Beschilderung: Die Ausschilderung ist relativ gut, auch wenn ab und zu die Schilder schon einmal im Blattwerk eines Baums oder Buschs zu verschwinden drohen. Aufgefallen ist uns, dass man bis etwa Quakenbrück deutlich größere Schilder spendiert hat. Danach sind die Schilder deutlich kleiner, was aber zu verschmerzen ist.

Beschilderung
Die Beschilderung der Hase-Ems-Tour

Wege: Bis auf ein kurzes Stück auf der ersten Etappe sind die Wege wirklich sehr verkehrsarm. Streckenweise begegnen wir wirklich keiner Menschenseele. Wer Ruhe sucht, ist hier wirklich richtig. Das Gelände ist relativ flach, aber nicht vollkommen platt. Eine 3-Gang-Nabenschaltung reicht hier vollkommen aus. (Dann verliert man auch keine Umlenkröllchen ...) Eine Federung (oder zumindest breite Reifen) ist dagegen schon eher angebracht (aber kein Muss). Die Wege sind nicht so gut asphaltiert wie im Münsterland. Manchmal ist das Geholpere schon etwas nervig.

Fazit: Eine empfehlenswerte Tour im Grünen, bei der man einmal schön die Seele baumeln lassen kann.
 
 

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