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Freitag, 9.7.2004, 1. Etappe: Trier - Etgert (ca. 67 km)
 

Mit der Bahn nach Trier

Unser Zug fährt um 6.26 Uhr -- also mitten in der Nacht -- vom Hauptbahnhof in Düsseldorf ab. (Die spätere Direktverbindung per IC war leider schon ausgebucht.) Dank meiner Trödelei komme ich "pünktlich" 6 Minuten vorher auf dem Bahnsteig an.

Der IC ist pünktlich. Das Einsteigen wird aber "spaßig": Dass nicht der reservierte Wagen, sondern der daneben das Fahrradabteil hat, war ja noch zu verschmerzen. Unschön war jedoch, dass die Tür zum Fahrradabteil defekt und daher verschlossen war. Folge: Wir müssen die Tür am anderen Ende des Wagens nutzen und dann dann die Räder durch das Großraumabteil schieben. Für den Ausstieg in Koblenz macht uns der Schaffner aber freundlicherweise die Tür auf.
In Koblenz müssen wir dann in den Regionalexpress umsteigen. Wir haben dafür aber genug Zeit und glücklicherweise können wir schon direkt einsteigen, da der Zug schon bereitsteht.

Um ca. 9.50 Uhr kommen wir in Trier an. Es ist inzwischen leicht am Regnen. Auf dem Bahnsteig weht ein eisiger Wind. Bis wir losfahren, hat der Regen aber schon wieder aufgehört.

Ankunft in Tier
Auf dem Bahnsteig im Trier Bahnhof (Foto: Ralf)
 

Zunächst machen wir auf dem Weg zur Mosel einen kurzen Abstecher zur Porta Nigra. Danach geht es weiter zur Moselbrücke, die wir überqueren.

Porta Nigra
Die Porta Nigra
 

Im Tiefflug auf dem Moselradweg nach Leiwen

Am Uferradweg angekommen, machen wir dann endlich ein wenig Dampf auf, damit wir vorwärts kommen. Wir rollen an Pfalzl vorbei und durch das Industriegebiet von Ehrang.

Trier Pfalzl
Alte Stadtmauer von Pfalzl

Bei Schweich überqueren wir wieder die Mosel. Vorbei geht es an Longuich und Mehring
Vor Detzem machen wir an einem Rastplatz auf einem Hügel Pause. Sehr gemütlich ist es nicht. Die Sonne lässt sich nicht blicken und es ist eher kühl und windig, aber noch trocken.

Rast kurz vor Detzem
Rast kurz vor Detzem
 

Anschließend rollen wir hinunter nach Detzem. Im Ort angekommen, steht direkt die nächste Pause an, da Wolfgang S. vorne einen Plattfuß hat (12.40 Uhr, 33 km gefahren).

Panne in Detzem
Panne in Detzem (Foto: Ralf)
 

Immerhin hat so ein Zwangshalt den Vorteil, dass man an den Kunstwerken am Wegesrand nicht einfach achtlos vorbeirollt.

Wandfigur in Detzem
Wandaltar in Detzem (Foto: Ralf)
 

Nach getaner Arbeit setzen wir die Fahrt fort, müssen aber nach ca. 3 Kilometern auf dem Hügel zwischen Detzem und Köwerich wieder pausieren, da sich bei Wolfgangs Vorderradreifen eine starke Unwucht gezeigt hat. Die Behebung dauert eine Weile, da das Vorderrad wieder ausgebaut werden muss und sich die Unwucht nur widerwillig beseitigen lassen will.

Mein Thermometer zeigt 16 Grad an. Es ist windig und es fängt leicht zu regnen an als die Reparatur beendet ist. Wir lassen uns also geschwind den Hügel nach Köwerich hinunter rollen, in der Hoffnung, dass wir dort eine Gelegenheit haben, einen Kaffee zu trinken.

In der kleinen Straußwirtschaft am Ortseingang (Weingut Hans-Klären Maringer), die ich auf der Moselradtour letztes Jahr kennengelernt hatte, ist alles dunkel. Das Cafe weiter unten an der Bahnunterführung hat zwar geöffnet, aber als wir uns an den Tisch setzen, teilt man uns mit, dass gleich geschlossen wird. Und auch das Restaurant ein Stück zurück, das mit einem Schild am Straßenrand wirbt, dass durchgehend geöffnet ist, hat eine verschlossene Tür!
Uns bleibt also nichts anderes übrig als zum nächsten Ort weiterzufahren. Während der Regen während unserer "Irrfahrt" durch Köwerich wieder aufgehört hatte, scheint es sich jetzt einzuregnen. Gleich am Ortseingang von Leiwen finden wir jedoch eine kleine Straußwirtschaft, die uns Einlass gewährt. Unsere Fahrräder dürfen wir sogar in die große Garage stellen.
 

In die Einsamkeit des Hunsrücks

Nach unserer Kaffeepause hat der Regen auch schon wieder aufgehört und wir können unsere Fahrt fortsetzen. Da wir noch ein ordentliches Stück vor uns haben, verlassen wir schon hier die Mosel und haben eine erste Begegnung mit einer ordentlichen Steigung beim Verlassen von Leiwen. Oben angekommen haben wir zur Belohnung einen herrlichen Blick auf die enge Moselschleife bei Trittenheim.

Moselschleife bei Trittenheim (1)
Die Moselschleife bei Trittenheim (1)

Moselschleife bei Trittenheim (2)
Moselschleife bei Trittenheim (1)
 

Dies ist allerdings auch die letzte Gelegenheit, einen Blick auf die Mosel zu werfen.

Hinweis: Weitere Fotos von der Mosel gibt es im Bericht zur Moseltal-Radtour 2003.
 

Danach geht es in einem ständigen Auf und Ab weiter, zunächst auf Kreis- und Landstraßen, dann auf Forst- bzw. Waldwegen.

Auf dem Weg nach Etgert
Auf dem Weg nach Egert (Foto: Ralf)
 

Am Ende kommt es noch knüppeldick: Um zu unseren Zielort Etgert (sprich: Ätdschert) zu gelangen, müssen wir uns ca. 200 Höhenmeter auf einem grob geschotterten Forstweg nach oben quälen. Erst am Ende ist der Weg wieder asphaltiert.

Kurz vor Etgert
Kurz vor Etgert
 

Etgert ist ein Dorf, dass auf uns einen recht verlassenen Eindruck macht. Auf den Straßen sehen wir keine Menschenseele, Geschäfte und Gaststätten scheint es hier nicht zu geben. Erfolglos schauen wir uns nach einem Wegweiser zum Zeltplatz um. Hier oben bläst der Wind noch kälter als bisher.
Als wir endlich einem Einheimischen begegnen, müssen wir leider erfahren, dass sich der Zeltplatz gar nicht im Ort, sondern unten im Tal befindet! Den Berg hätten wir uns auch ersparen können. Glücklicherweise müssen wir nicht über den Waldweg zurück, sondern können auch die Kreis- und Landstraße nehmen. Auf diese Weise sind wir in Windeseile wieder im Tal.

Unser Zeltplatz ("Massingsmühle") ist über eine etwas versteckte (aber ausgeschilderte) Einfahrt von der Landstraße aus zu erreichen. Er liegt ein Stück weit von der Landstraße entfernt in einem bewaldeten Bachtal. Der Bach fließt praktisch durch den Zeltplatz. So weit recht idyllisch.

Nach ca. 67 Kilometern kommen wir erschöpft aber glücklich um ca. 18 Uhr (?) am Zeltplatz an. Leider erfahren wir vom Zeltplatzbesitzer, dass es hier kein Restaurant oder ähnliches hier gibt. Die nächsten Gaststätten sind ca. 7 Kilometer entfernt und liegen natürlich nicht im Tal!

Zeltplatz Etgert
Auf dem Zeltplatz "Massingsmühle"
 

Da unser Bedarf an Höhenmetern für heute schon reichlich gedeckt ist, beschließen wir schweren Herzens auf eine warme Abendmahlzeit zu verzichten und unsere Frühstücksvorräte für das Abendessen zu opfern.  Nachdem wir alle unsere Vorräte auf den "Tisch" geworfen haben, stellt sich heraus, dass wir nicht hungern müssen. Nachdem wir heute tagsüber ja auch keine echte Essenspauses hatten, wäre eine richtige Mahlzeit aber nett gewesen.

Außerdem bleibt für das Frühstück morgen nur noch eine karge Scheibe Brot für jeden übrig. Die schmieren wir uns auch gleich schon beim Abendessen, damit wir uns morgen nicht zu lange aufhalten.

Ansonsten ist unser Zeltplatz eher spartanisch angelegt. Bis auf Eis gibt es nichts essbares zu kaufen. (Bei den wenig sommerlichen Temperaturen haben wir dafür wirklich keinen Bedarf.) Außerdem gibt es nur eine einzige Dusche und an den Waschbecken nur kaltes Wasser.

Ein Faltblatt klärt uns darüber auf, dass man auf diesem Camping-Platz die ursprüngliche Idee des Campens verfolgt, d.h. Naturnähe, Einfachheit etc. Unser Abendessen im Grünem kommt diesem Ideal sicher schon sehr nah ...

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