16.7. bis 26.7.2017
Neckar-Radweg, Villingen-Schwenningen
– Eberbach/Heidelberg
(ca. 365 km bzw. 330 km + Bahnfahrt nach Heidelberg; rund 1360 Höhenmeter Anstieg inkl. Abstecher)

Hinweis: Strecke und Höhenmeter wurden unterwegs mit einem GPS-Gerät aufgezeichnet (Garmin GPSmap 62s). Vor allem die gefahrenen Höhenmeter sind aus technischen Gründen nur als Orientierungswerte zu betrachten.


Der Neckarradweg hinter Epfendorf. Offiziell beginnt der Neckarradweg in Villingen. Das erste Hotel unserer bei Velotours gebuchten Radtour befindet sich allerdings erst in Schwenningen, so dass wir die ersten ca. acht Kilometer verpassen. Das ist aber nicht so schlimm, denn die offizielle Quelle befindet sich ohnehin in Schwenningen. Da wir bei der Anreise mit dem Zug aber sowieso in Villingen umsteigen müssen, stellen wir einfach unser Gepäck am Bahnhof ins Schließfach und erkunden zunächst die sehenswerte historische Altstadt, bevor wir nach Schwenningen weiterfahren.

Die Etappen:

 
Montag
1. Etappe: Schwenningen – Rottweil (22 km)

Nach einem Besuch der Neckarquelle verlassen wir Schwenningen auf hübschen, leicht abschüssigen Wegen. Durch Deisslingen und Bühlingen geht es dann allerdings ganz ordentlich auf und ab, teils mit stärkerem Autoverkehr. Schon bald erreichen wir die alte Römerstadt Rottweil.

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Die Altstadt von Rottweil mit dem schwarzen Turm.


Dienstag
2. Etappe: Rottweil – Sulz Glatt (44 km)

Nachdem wir Rottweil hinter uns gelassen haben, gibt es beim "Bergle" eine spektakuläre Abfahrt. Dann geht es flach am Neckar entlang bis hinter Oberndorf. Dort folgt eine Hügelstrecke durch den Wald. Nach einer Rast in Sulz geht es weiter nach Glatt in einem Seitental des Neckars.

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Wasserschloss Glatt.

Mittwoch
3. Etappe: Glatt – Rottenburg – Tübingen (50 km)

Flach und meist in der Nähe des Neckars rollen wir bis Horb. Dann folgt bis vor Bieringen eine längere Hügelstrecke. In der Mittagszeit erreichen wir dann Rottenburg und machen auf dem schönen Marktplatz eine Pause. Am Neckar entlang erreichen wir Tübingen mit seiner sehenswerten Altstadt.
 
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Die malerische Neckarfront in Tübingen.


Donnerstag
4. Etappe: Tübingen – MittelstadtNürtingen/Esslingen (34/54 km) 

Die heutige Etappe ist recht flach, allerdings verläuft die Route oft neben stärker befahrenen Straßen. Bis Mittelstadt kommen wir gut vorwärts. Dann regnet es sich ein. In Nürtingen machen wir einen Abstecher in die Altstadt. Von dort nehmen wir den Zug nach Esslingen.

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Altes Rathaus, Esslingen.


Freitag
5. Etappe: Esslingen/Stuttgart – Ludwigsburg – Marbach (42 km) 

Wegen der S21-Großbaustelle in Untertürkheim fahren wir mit dem Zug nach Stuttgart und schauen uns das sehenswerte historische Zentrum an. Weitgehend flach geht es am Neckar entlang bis Marbach. Zwischendurch machen wir einen anstregenden, aber lohnenswerten Abstecher nach Ludwigsburg hinauf.

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Residenzschloss, Ludwigsburg.


Samstag
6. Etappe: Marbach – Besigheim – Heilbronn
(53 km)
 

Heute ist die Strecke teils flach, teils hügelig. Nach etwa der halben Strecke machen wir einen Abstecher in die putzige, kleine Altstadt von Besigheim. Nachdem wir in Lauffen eine gewitter-bedingte Zwangspause eingelegt haben, müssen wir einen steilen Berg bewältigen. Die restliche Strecke bis Heilbronn ist dann aber abschüssig.

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Rathaus Heilbronn.


Sonntag
7. Etappe: Heilbronn – Bad Wimpfen – Eberbach
(62 km)
 

Auf der anfangs flachen Strecke kommen wir zügig vorwärts. In Bad Wimpfen machen wir zu Fuß einen Abstecher zur verwinkelten Altstadt hinauf. Ab Gundelsheim gibt es immer mal wieder Steigungen. Beeindruckend sind die vielen Burgen an der Strecke. Hinter Zwingenberg wird der Weg sehr holprig. Das letzte Stück bis Eberbach lässt sich aber wieder gut radeln.

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Burg Zwingenberg.


Zusammenfassung und Streckenübersicht

Der Neckarradweg bzw. die Tour, wie sie von Velotours angeboten wird, bietet viel, was genau nach unserem Geschmack ist: viel Natur, schöne Städtchen und Sehenswürdigkeiten, nette Cafés und Restaurants, gute Hotels — und (meist) schöne Wege zum Radeln. Die Etappen sind sehr abwechslungsreich und wir haben viele tolle Eindrücke gesammelt, an die wir uns immer wieder gerne erinnern werden.

Nicht verschwiegen werden darf aber, dass man sich das Vergnügen auch etwas erarbeiten muss. Denn selbst wenn man flussabwärts fährt: Es gibt etliche auch längere Steigungen auf der Strecke, ...
Übersicht Neckarradweg Villingen-Schwenningen -- Heidelberg.

... und die schönen alten Ortskerne liegen oft auf einem Berg oberhalb des Radwegs, sind also nur per Abstecher mit entsprechenden Höhenmetern zu erreichen (z.B. Ludwigsburg). Neben den natürlichen Erhebungen, gibt es aber auch diverse "künstliche" Anstiege: nämlich jedes Mal, wenn die Neckarseite gewechselt werden muss (was häufiger notwendig ist). Die zum Teil recht hohen Brücken habe entsprechend steile Rampen. Für sportliche Radler sind das alles angenehme Abwechslungen. Für Gelegenheits- oder Flachlandradler wird es eher anstrengend.

Die Oberflächenqualität der Radwege ist
wie es sich für eine 4-Sterne-ADFC-Tour gehört meist gut bis sehr gut. Eine wirkliche holprige Strecke haben wir nur hinter Zwingenberg erlebt. (Zwischen Eberbach und Heidelberg soll es aber angeblich noch mehr davon geben.)

Es gibt aber auch etwas zu meckern: Immer wieder führt die Strecke auch mal auf Straßen mit schnellerem bzw. dichterem Autoverkehr. Auch gibt es hin und wieder knifflige Verkehrssituationen, wo man an unübersichtlichen Stellen links abbiegen muss. Für Radfahrer, die nicht sicher im Straßenverkehr sind, oder für Familien mit jüngeren Kindern ist das kritisch. Aufgefallen sind auch Stellen, wo man halbherzig einen Kontakt mit dem Autoverkehr vermeiden wollte. Dies resultiert dann in etwas umständlichen Wegeführungen. Unschön sind auch Engstellen bzw. recht schmale Zweirichtungsradwege, auf die man hin und wieder trifft (anhängertauglich?).

Mag sein, dass das Klagen auf hohem Niveau ist, aber bei vier Sternen habe ich entsprechend hohe Erwartungen. Nichtsdestotrotz wären die oben genannten Punkte für mich kein Grund, die Tour nicht noch einmal zu fahren. Schon allein wegen der Landschaft und den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Erwähnenswert ist auch das fast überall freundliche bis herzliche Personal in Hotels und Restaurants.


Horb am Neckar.
Horb am Neckar.


Verwendetes Kartenmaterial: Bikeline (Verlag Esterbauer): "Neckartal-Radweg", 1:50.000 (Radwanderführer inkl. GPS-Track zum Download), Auflage 2017.

Wichtige Internetadressen (externe Links, Stand 8/2017):
 

Lob und Tadel an den Verfasser

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