Wupper-Radtour (14.6.2009)
(ca. 50 km)

Zum Herunterladen (mit "Ziel speichern unter"): GPS-Track (aufgezeichnet mit Garmin GPS Map 60 C).
 

Radtouren-Diaspora Bergisches Land

Schon länger hatte ich mal wieder Lust, eine Tour tief im Bergischen Land zu machen. Aber irgendwie fehlte mir eine passende Idee, von wo nach wo. Was Fernradwege betrifft ist das Bergische Land im Vergleich zu anderen Gegenden in NRW wie z.B. zum Niederrhein oder Münsterland absolute Diaspora. Da gibt es im Wesentlichen nur die Kaiserroute, die das Bergische Land streift. Dann habe ich mich irgendwann mal gefragt, wo eigentlich die Wupper -- der Fluss im Bergischen Land -- herkommt und ob es dort nicht zumindest lokale Radwege in Flussnähe gibt. Einen ganz hübschen Teil mehr im Unterlauf der Wupper etwa zwischen Solingen Burg und Leichlingen hatten wir bei dem ein oder anderen früheren Radausflug schon mal kennengelernt.

Bei meinen Überlegungen zu einer Strecke bin ich dann im Radwanderführer "Mit dem Fahrrad am Wasser entlang", Bachem-Verlag) auf die Strecke zwischen Marienheide und Remscheid-Lennep gestoßen. Um noch etwas mehr von der Wupper zu sehen und um die Rückfahrt mit der Bahn etwas zu vereinfachen, hatte ich die Idee, der Wupper noch ein Stück bis Wuppertal-Oberbarmen zu folgen. Offen blieb nur, ob wir die Tour wie im Radwanderführer vorgesehen über Lennep fahren und dabei zeitweilig die Wupper verlassen, oder ob wir weiter der Wupper folgen, auch wenn es in diesem Bereich laut Karte keine Radwege in Flussnähe zu geben scheint. Das wollen wir aber dann vor Ort entscheiden.

Anmerkung: Zusätzlich interessant macht diese Tour der Umstand, dass wir damit (nach unseren Touren 2007 und 2008) noch ein weiteres Stück Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse im Bergischen Land kennenlernen werden (zwischen Marienheide und Wipperfürth).


Sightseeing mit der Regionalbahn

Mit dem Regionalexpress geht es zunächst nach Köln. Mitleidsvoll beobachten wir die Massen von Radlern, die sich in einen Zug Richtung Eifel quetschen. Denn: Im Gegensatz dazu ist unsere Regionalbahn nach Marienheide fast leer. Die über einstündige Fahrt nach Marienheide entpuppt sich schon bald als Sightsseeing-Tour durch das Bergische Land. Eine hübsche Einstimmung auf unsere Radtour.

Fast pünktlich kommen wir in Marienheide an. Wir sind die einzigen, die dort aussteigen. Ebenerdig kommen wir vom Bahnsteig auf den Bahnhofsvorplatz mit dem gut erhaltenen Bahnhofsgebäude im Bergischen Stil.


Bahnhof Marienheide


Von Marienheide nach Wipperfürth

Um 10.54 Uhr starten wir unsere Radtour. Es geht zunächst ein Stück durch den Ort. Schon bald stoßen wir auf den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse nach Wipperfürth. Die eigentliche Bahntrasse ist meist geschottert, daher sieht man fast nur Moutainbiker.


Uriger Beginn der Bahntrasse in Marienheide


Die Strecke ist Teil des Radwegs "Wasserquintett" (Rundweg entlang von 5 Stauseen). Daher können wir bequem dieser Beschilderung folgen. (Wobei es meist sowieso nur schnurgeradeaus entlang der ehemaligen Bahntrasse geht.) Ab und zu müssen wir auf einen Radweg entlang der Straße ausweichen (wahrscheinlich immer an Stellen, wo der Bahn-Tunnel nicht freigegeben ist.)

Aufgrund des leichten Gefälles kommen wir auch auf dem geschotterten Untergrund gut vorwärts. Nur einmal geht es abwärts und nach der Überquerung einer Straße kurz steil aufwärts. Hier fehlt wohl eine Brücke.
Der Radweg auf der Bahntrasse soll übrigens in den nächsten Jahren noch besser ausgebaut werden. Man darf also gespannt sein. Mehr dazu unter: www.bahntrassenradeln.de

In Wipperfürth machen wir kurz Halt, um die romanische Basilika St. Nikolaus aus dem 12. Jahrhundert zu besichtigen. Am Platz hinter und neben der Kirche stehen zum Teil modernere Gebäude. Auf der Turmseite findet man degegen hübschere ältere Gebäude mit Schieferverkleidung, aber auch mit Natursteinfassade.
Der GPS-Track führt uns wieder zur Straße zurück und dann durch eine langgezogene Altstadtstraße mit diverser Gastronomie. Für eine längere Rast ist es aber noch zu früh.


Basilika St. Nikolaus in Wipperfürth


Die weitere Fahrt durch Wipperfürth ist etwas unübersichtlich. Mit Hilfe des GPS-Tracks und der Beschilderung finden wir aber den richtigen Weg. Aus der Stadt hinaus geht aus über eine spiralförmige Auffahrt zur Hauptverkehrsstraße.


Über Hückeswagen nach Lennep

Über kleinere, wenig befahrene Straßen verlassen wir Wipperfürth und nähern uns Hückeswagen. Dort treffen wir schließlich auf die Bundesstraße, die uns durch die Stadt führt. Es gibt zwar einen Radweg. Der Autoverkehr ist aber nicht sehr gemütlich. So werfen wir dem Schloss auf dem Hügel nur einen kurzen Blick im Vorbeifahren zu.

Kurz nach dem Passieren des Schlosses verlassen wir dann aber die Hauptverkehrsstraßen und kommen über wenig befahrene Straßen zum Anfang des Wupperstausees. Auf geschotterten Wegen geht es entlang der Wuppervorsperre. An der Staumauer machen wir einen kurzen Halt für Fotos.

Auch der Wupperstausee macht wie so viele andere Stausseen, wenn sie nicht richtig voll sind, einen eher unschönen Eindruck: Die hohen Uferböschungen sehen eher trostlos aus.



Am Wupper-Stausee


Zunächst fahren wir noch etwas am Ufer entlang. Dann geht es einen Weg hoch in den Wald hinein. Oben kommen wir auf einer Straße am Ort Dürhagen vorbei. Dann geht es auf einem schmalen Waldweg noch ein Stück weiter nach oben, bevor es dann auf einem breiteren aber recht holprigen Waldweg wieder nach unten zum Ufer geht.

Wir überqueren den Stausee an der Dörpervorsperre und folgen weiter dem Uferradweg bis zur Brücke der L412. Da es sich inzwischen zugezogen hat und es leicht am Regnen ist, beschließen wir, den einfacheren -- weil wahrscheinlich besser ausgeschilderten -- Weg über Lennep zu nehmen.

Durch ein hübsches, satt-grünes Bergisches Tal geht aus auf einem asphaltieren Weg stetig bergauf, vorbei an Oberfeldbach und weiter zur Panzertalsperre. Dieser eher kleine Stausee ist die zweitälteste Trinkwassertalssperre in Deutschland. Danach geht es auf einer Straße erst einmal wieder abwärts.

Durch einen Grüngürtel nähern wir uns dem Zentrum von Lennep. Die letzten Meter fahren wir dann auf der Hauptstraße bis zum Anfang der Fußgängerzone. Von weitem können wir schon die Kirche sehen.


In der Altstadt von Lennep


Am Marktplatz finden wir einen geeigneten Rastplatz unter einem Baum. Die Bänke macht uns aber niemand streitig. Aufgrund des Regens ist es hier wie ausgestorben.


Hübscher Rastplatz am Marktplatz in Lennep


Während unseres kleinen Picknicks lässt der leichte Regen aber nach und hört dann ganz auf. So haben wir keinen Grund den nahegelegenen Bahnhof anzusteuern und wir setzten unsere Fahrt in Richtung Beyenburg fort. Beim Verlassen der Altstadt kommen wir schließlich noch am Röntgenmuseum vorbei.


Vorbei am Röntgenmuseum


Rasante Abfahrt nach Beyenburg und weiter nach Oberbarmen

Über die Fahrt nach Beyenburg lässt sich wenig sagen. Die Strecke ist Teil des NRW-Netzes und somit ausgeschildert. Das wäre aber eigentlich nicht notwendig, denn es geht die nächsten Kilometer praktisch immer geradeaus entlang der L411. Es gibt keinen Radweg. Am frühen Sonntag Nachmittag hält sich der Verkehr allerdings in Grenzen. Außerdem geht es ca. 150 Höhenmeter hinunter, so dass wir recht zügig vorwärts kommen.

Schließlich kommen wir unten an der Wupper an und sind so im Rausch der Geschwindigkeit, dass wir es versäumen, wieder ein Stück stromaufwärts zu fahren, um die Altstadt von Beyenburg zu besichtigen, die wohl recht malerisch in einer engen Wupperschleife liegt.

Stattdessen beraten wir kurz, ob wir besser rechts der Wupper an der Landstraße weiter flußabwärts fahren, oder ob wir besser den Waldweg auf der linken Fußseite nehmen. Da die Landstraße keinen Radweg aufweist, entscheiden wir uns für den Weg auf der linken Seite. Dafür müssen wir allerdings wieder ein Stück den Berg hinauf. Der Weg ist dann sogar ausgeschildert (lokale Radwegbeschilderung Richtung Oberbarmen).

Der Weg führt zunächst weiter durch den Wald aufwärts. Zu unserer Überraschung führt uns der Radweg wenig später über eine Brücke wieder auf die andere Wupperseite an die Landstraße. Hier gibt es jetzt einen Radweg. Diesem folgen wir für gut einen Kilometer, bis uns die Beschilderung wieder auf die andere Flussseite schickt.
Hier geht es dann auf einer wenig befahrenen Straße durch bebautes Gebiet bis zur A1-Brücke. Anschließend geht es auf einem wenig malerischen Radweg entlang der Bundesstraße weiter. Wir hätten wieder auf die andere Flußseite wechseln können, aber ob es auf der anderen Flußseite besser ist, ist fraglich, zumindest ist der Weg etwas länger.


Radweg an der Bundesstraße neben der Wupper in Wuppertal


So setzen wir unseren Weg auf wenig befahrenen Straßen und teils auf Radwegen in die Innenstadt fort. Kurz vor dem Ziel stoßen wir noch einmal an einer hübsch hergerichteten Fußgängerbrücke auf die Wupper, die hier allerdings zwischen Industriegebäuden eher ein Schattendasein fristet.


Hübsche Wupperbrücke in Wuppertal (Foto: Frank H.)


Wir nähern uns dem Bahnhof Wuppertal-Oberbarmen von Süden. Beim "Bauhaus" kommen wir über die praktische Fußgängerbrücke auf die Nordseite, wo wir dann noch Gelegenheit haben, ein Blick auf den Bahnhof der Schwebebahn zu werfen. Die Wupper ist hier aus dem Blickfeld vollkommen verschwunden -- dabei fließt sie nur ein paar Meter von uns entfernt unterhalb der Schwebebahnstrecke.


Bahnhof der Schwebebahn in Oberbarmen


Um 15.36 Uhr kommen wir nach ca. 50 Kilometern vor dem Bahnhofsgebäude an. Das passt prima, denn die nächste S-Bahn zurück kommt in 15 Minuten und wir müssen nicht lange auf dem Bahnsteig warten.

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Lob und Tadel an den Verfasser